Redebeitrag – Streik: Sozial- und Erziehungsberufe

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

als 8.-März Bündnis Gießen solidarisieren wir uns mit eurem Arbeitskampf! Wir gehen davon aus, dass Sozial- und Erziehungsberufe nicht zuletzt so schlecht bezahlt sind, weil in diesem Bereich überwiegend Frauen beschäftigt sind. Wir sagen Schluss damit!

Wir haben es satt, dass unsere Jobs schlecht bezahlt sind und wir kaum gesellschaftliche Anerkennung erfahren!

  • Wir haben es satt, dass es bei der Arbeit an allen Ecken und Enden an Zeit und Personal fehlt!
  • Wir haben es satt, dass Sprit, Essen, Heizen und die Miete immer teurer werden – während unser Löhne gleich bleiben!
  • Und wir haben es satt, nach der Arbeit den Haushalt überwiegend alleine zu schmeißen!

Deshalb gehen wir heute auf die Straße – am internationalen Frauenkampftag! Wir sagen: Schluss mit kapitalistischer Ausbeute und patriarchaler Unterdrückung. Lasst uns gemeinsam als lohnabhängige Klasse kämpfen.

Dafür sind solche Arbeitskämpfe wie der heutige sind unser stärkstes und bestes Mittel! Nichts wird uns geschenkt, bessere Arbeitsbedingungen und angemessene Löhne müssen wir uns erkämpfen!

Dabei dürfen wir uns nichts erzählen lassen – es ist genug Kohle da! Ihr habt es sicher alle mitbekommen:

Die Ampel-Koalition wird die Ausgaben für Kriegsaufrüstung ab sofort auf mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhen; außerdem erhält die Bundeswehr Zugriff auf einen Fonds mit 100 Milliarden (!) Euro.

  • Wo war dieses Geld als die Kolleginnen und Kollegen in der Pflege streikten?
  • Wo war dieses Geld als durch die Coronakrise hunderte Kleinunternehmer und Kleinunternehmerinnen schließen mussten und somit hunderttausende Menschen ihre Jobs verloren?
  • Wo ist dieses Geld heute?

Durch noch mehr Kriegsspielzeug wird die Welt nicht sicherer.  Und jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Politisch stellt sich somit die Frage: Was ist wichtiger? Bessere Schulen, gute Pflege und gute Erziehung oder Kampfdrohnen und »Eurofighter«?

Ihr kennt die Antwort.

Heute Abend wollen wir unsere Wut über diese Verhältnisse auf die Straße tragen. Für eine friedliche Welt ohne Kapitalismus und Patriarchat.

Ich möchte euch im Namen des 8.März-Bündnisses ganz herzlich zur heutigen Demonstration zum internationalen Frauenkampftag einladen. Wir treffen uns um 17:30 Uhr am Berliner Platz.

Vielen Dank.