BASTA! 8. März bleibt internationaler Frauenkampftag!

Vor über 100 Jahren wurde der 8. März als Frauenkampftag beschlossen. Besondere Initiative dafür ergriff Clara Zetkin und es wurde von der Fraueninternationalen das Datum des Internationalen Kampftages festgelegt, um an den 8. März 1917 zu erinnern, an dem die Revolution in Russland durch einen Streik von Textilarbeiterinnen begonnen hatte.

Seitdem vereinen Frauen auf der ganzen Welt an diesem Tag ihre Kämpfe. Auch heute kämpfen wir weltweit Seite an Seite mit Millionen von Frauen gegen Patriarchat und Kapitalismus. So verschieden unsere Kämpfe auf den ersten Blick auch sind, überall werfen Frauen die klassischen Rollenbilder über den Haufen und stellen sich dem patriarchalen Alltag entgegen. Dieser ist noch immer kein Phänomen der Vergangenheit, sondern bittere Realität für Milliarden von Frauen.

Gewalt gegen Frauen

In Deutschland erleben jede Stunde 13 Frauen Gewalt durch ihren Partner. Das eigene Heim ist der am wenigsten sichere Ort für eine Frau.

  • 50% aller Frauen in Deutschland mussten schon körperliche und sexualisierte Gewalt erfahren.
  • Jeden Tag versucht ein Mann seine Partnerin oder Expartnerin zu töten und häufiger als jeden 3. Tag gelingt es Einem.
  • 2020 wurde jeden 2.Tag eine Frau von ihrem Partner oder Expartner getötet.

Gewalt gegen Frauen hat System. Sie wird genutzt, um männliche Hegemonie zu sichern. Darüber hinaus ist sie ein systematisches Mittel um das Patriarchat aufrecht zu erhalten und Ausdruck ökonomische Zwangs – weil viele Frauen finanziell auf ihre gewalttätigen Männer angewiesen sind und sie auch deshalb nicht verlassen.

Ausbeutungsverhältnisse

Das Netzwerk aus Patriarchat und Kapitalismus beutet Frauen doppelt aus. Zum einen durch Lohnarbeit, zum anderen durch unbezahlte Reproduktionsarbeit (Erziehungs-, Haus- und Betreuungsarbeit). Auf diese Sorgearbeit ist der Kapitalismus nach wie vor angewiesen, um eine Gesellschaft aufrecht zu erhalten, die sich der Profitlogik verschrieben hat. 80% der Haus- und Sorgearbeit werden von Frauen gestemmt, also 3x mehr als von Männern. Geschlechtliche Arbeitsteilung, aufgrund derer Frauen den Hauptteil der Reproduktionsarbeit machen, führt dazu, dass sie sich in prekären Lohnarbeitsverhältnissen befinden. Zudem sind Frauen überwiegend in schlecht entlohnten Branchen vertreten. Frauen mit Migrationserfahrung sind meist noch stärker von dieser Ausbeutung betroffen, da sie systembedingt oft nur die am schlechtesten bezahlten Jobs abbekommen. Das führt dazu, dass Altersarmut vor allem Frauen betrifft. In der Pandemiezeit hat sich die Lage der prekären Verhältnisse noch verstärkt. 75% aller Frauen sind in meist schlecht bezahlten systemrelevanten Berufen tätig. Weltweit sind es in den Sozial- und Pflegeberufen 70% Frauen, die ausgebeutet werden.

Mein Körper, meine Entscheidung

Der alte Klassenparagraf 218, der über die Körper von Frauen entscheidet und Schwangerschaftsabbrüche nur unter gewissen Voraussetzungen erlaubt, ist immer noch nicht abgeschafft. Frauen, die nicht zu einer privilegierten Schicht gehören, müssen zusätzliche Hürden nehmen. Denn ohne medizinische oder kriminologische Indikation müssen die Betroffenen die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch selbst tragen, ebenso die Kosten im Falle eines Strafverfahrens. Die Ampelregierung will den Paragraph 219 a, der Frauen das Recht verwehrt, sich bei unterschiedlichen Quellen ihres Vertrauens online über die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs informieren zu können, abschaffen. Dies ist kein Geschenk der Bundesregierung! Die Gießener Ärztin Kristina Hänel und viele weitere Frauen haben dieses Informationsrecht erkämpft.

Diese Paragrafen des patriarchalen Systems kriminalisieren auch noch heute unsere Entscheidungen und beschneiden unsere körperliche Selbstbestimmung. Weg mit 219 a und erst recht weg mit 218!

All das ist Grund genug, um zu sagen: BASTA!

Wir brauchen einen internationalistischen Feminismus, der die weltweiten Frauenkämpfe aufeinander bezieht und verbindet. Wir brauchen einen antirassistischen und antifaschistischen Feminismus, der klare Kante gegen Rechts zeigt. Und wir brauchen einen klassenkämpferischen Feminismus. Denn im Kapitalismus ist die Befreiung aller Frauen nicht zu erreichen. Wir fordern daher nicht einfach Gleichberechtigung, wenn dies bedeutet, dass unsere Schwestern und Freundinnen hier und in anderen Ländern dafür mit schlechten Arbeitsbedingungen, Krieg, sexueller Ausbeutung und Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen bezahlen müssen. Wir kämpfen mit vollster Entschiedenheit und Leidenschaft für eine klassenlose Gesellschaft, in der die Befreiung der Frauen verwirklicht werden kann und alle Menschen ein freies und respektvolles Leben führen können.

Wir, das 8. März Bündnis Gießen, sind Frauen aus unterschiedlichen Zusammenhängen – aber gemeinsam wissen wir: Es Reicht! Heute bringen wir Frauen unseren Kampf auf die Straße. Solange die Hälfte der Menschheit wie Frauen behandelt, also unterdrückt und ausgebeutet wird, solange wird der heutige Tag, der 8.März, der internationale Frauenkampftag bleiben. Lasst uns den 8. März als Auftakt für einen Frauenkampf an 365 Tagen im Jahr nutzen:

  • Gegen die Paragrafen 218 und 219a – für selbstbestimmte Entscheidungen
  • Gegen Feminizide, sexualisierte und patriarchale Gewalt – für ein selbstbestimmtes Leben
  • Gegen die kapitalistischen Verhältnisse und doppelte Ausbeutung von Frauen – für solidarische Lebens- und Arbeitsstrukturen

Redebeitrag zur Hanau Gedenkdemo’22

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen,

ich spreche für die Antifaschistische Revolutionäre Aktion Gießen.

„Du scheiß Japse“, „Geh zurück nach Korea“, „Im dritten Reich wärst du vergast worden“, „Ihr seid schuld an Corona“. Diese und weitere Aussagen wurden mir bereits an den Kopf geworfen. Einmal wurde mir sogar Gewalt angedroht. Tagtäglich sind Menschen mit Migrationshintergrund rassistischen und rechten Anfeindungen und Bedrohungen ausgesetzt. Dass aus rassistischer Hetze tödliche Realität wird, ist der traurige Grund, warum wir heute hier sind: wir gedenken den elf Opfern des rechten Anschlags in Hanau und den vielen weiteren Todesopfern von rassistischer und faschistischer Gewalt in Deutschland, die von Behörden und Politik so oft als Einzelfälle abgetan werden.

2 Jahre nach Hanau schulden wir den Opfern mehr als zu erinnern und zu gedenken. Wir schulden ihnen uns aktiv für Veränderungen einzusetzen und zu kämpfen: gegen Rassismus, gegen Frauenhass, gegen Homo- und Transphobie und gegen den spalterischen Klassenkampf von oben.

Bei unserem Kampf dürfen wir die Augen vor strukturellem Rassismus – gerade in staatlichen Behörden – nicht verschließen.

Die faschistische Gefahr ist gerade heute nicht mehr nur abstrakt. In Deutschland ist rechter Terror Alltag geworden und er trifft mittlerweile auch Repräsentanten des bürgerlichen Staates. Teile des Staatsapparats unterstützen faschistische Terrornetzwerke. Die Verstrickung des Inlandsgeheimdiensts mit dem NSU und die anschließende Vertuschung dessen, lässt sich nicht mehr leugnen. Rechte Netzwerke in der Bundeswehr legen Waffendepots und Feindeslisten an, um für den „Tag X“ vorbereitet zu sein. An diesem Tag ist die Ermordung politischer Gegnerinnen und Gegner und all jener Menschen geplant, die aus Rassismus, Antisemitismus oder Islamfeindlichkeit als Feinde erklärt wurden. Auch Angehörige von Polizei und Geheimdienst gehören zu diesem Netzwerk. Im Kampf gegen Faschismus ist der bürgerliche Staat also kein Partner, sondern Gegner des antifaschistischen Widerstands.

Im Gedenken an die Opfer faschistischer Gewalt kämpfen wir für eine solidarische Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Wir rufen zum Widerstand gegen die faschistische Gefahr in diesem Land auf!

Schulter an Schulter gegen Faschismus!

HANAU – GEDENKEN 19.02.2022

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Genossinnen und Genossen,

ich spreche für die Antifaschistische Revolutionäre Aktion Gießen.

„Du scheiß Japse“, „Geh zurück nach Korea“, „Im dritten Reich wärst du vergast worden“, „Ihr seid schuld an Corona“. Diese und weitere Aussagen wurden mir bereits an den Kopf geworfen. Einmal wurde mir sogar Gewalt angedroht. Tagtäglich sind Menschen mit Migrationshintergrund rassistischen und rechten Anfeindungen und Bedrohungen ausgesetzt. Dass aus rassistischer Hetze tödliche Realität wird, ist der traurige Grund, warum wir heute hier sind: wir gedenken den elf Opfern des rechten Anschlags in Hanau und den vielen weiteren Todesopfern von rassistischer und faschistischer Gewalt in Deutschland, die von Behörden und Politik so oft als Einzelfälle abgetan werden.

2 Jahre nach Hanau schulden wir den Opfern mehr als zu erinnern und zu gedenken. Wir schulden ihnen uns aktiv für Veränderungen einzusetzen und zu kämpfen: gegen Rassismus, gegen Frauenhass, gegen Homo- und Transphobie und gegen den spalterischen Klassenkampf von oben.

Bei unserem Kampf dürfen wir die Augen vor strukturellem Rassismus – gerade in staatlichen Behörden – nicht verschließen.

Die faschistische Gefahr ist gerade heute nicht mehr nur abstrakt. In Deutschland ist rechter Terror Alltag geworden und er trifft mittlerweile auch Repräsentanten des bürgerlichen Staates. Teile des Staatsapparats unterstützen faschistische Terrornetzwerke. Die Verstrickung des Inlandsgeheimdiensts mit dem NSU und die anschließende Vertuschung dessen, lässt sich nicht mehr leugnen. Rechte Netzwerke in der Bundeswehr legen Waffendepots und Feindeslisten an, um für den „Tag X“ vorbereitet zu sein. An diesem Tag ist die Ermordung politischer Gegnerinnen und Gegner und all jener Menschen geplant, die aus Rassismus, Antisemitismus oder Islamfeindlichkeit als Feinde erklärt wurden. Auch Angehörige von Polizei und Geheimdienst gehören zu diesem Netzwerk. Im Kampf gegen Faschismus ist der bürgerliche Staat also kein Partner, sondern Gegner des antifaschistischen Widerstands.

Im Gedenken an die Opfer faschistischer Gewalt kämpfen wir für eine solidarische Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Wir rufen zum Widerstand gegen die faschistische Gefahr in diesem Land auf!

Schulter an Schulter gegen Faschismus!