1.Mai Rede

signal-attachment-2020-05-04-192805_005Der 1.Mai steht wie kein anderer Tag für die Kämpfe der lohnabhängigen Klasse. Seit über 130 Jahren nun tragen an diesem Tag Arbeiterinnen und Arbeiter weltweit ihren Protest auf die Straßen.

Am 1.Mai fordern wir zum einem die konkrete Verbesserung der Lebensverhältnisse, streiten für bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten. Zum anderen machen wir an diesem Tag seit seinem Bestehen darauf aufmerksam, dass eine andere, eine bessere Welt möglich ist. Eine Welt die sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert und nicht am Profit weniger. Aktuell sehen wir deutlich wie bitter nötig wir eine solche Welt haben.

Ein Virus geht um auf der Welt. Ganze Sektoren des öffentlichen Lebens kommen zum Stillstand. In manchen Ländern sind die Kapazitäten der kaputtgesparten Gesundheitssysteme hoffnungslos überlastet, kranke Menschen können nicht behandelt werden. Millionen von Menschen sind direkt von Kurzarbeit, Entlassungen oder der Verlängerung der Arbeitszeiten betroffen – alle, die kein dickes Bankkonto haben, schauen in eine mehr als unsichere Zukunft. All das wegen einem Virus?

Nicht ganz. Der Virus war das Tröpfchen, welches das Fass zum Überlaufen brachte. Der Kapitalismus produziert regelmäßig Krisen und auch die aktuelle wirtschaftliche Krise bahnte sich schon seit einiger Zeit ihren Weg. Schon im letzten Jahr, als vom Corona-Virus noch niemand etwas ahnte, erzitterten die Börsen alle paar Monate und Konzerne stellten sich mit gigantischen Entlassungswellen auf die drohende Krise ein.

Nun beginnt eine Wirtschaftskrise loszurollen, welche auch hier in Deutschland große Teile der lohnabhängigen Menschen unter sich begraben wird. Konnten nach der Krise 2008 die meisten Krisenfolgen noch in die südlichen Ränder der europäischen Union abgeschoben werden, wird dieses Mal auch in Deutschland gewütet und auch die letzten Reste von Sozialstaat und erkämpfter Arbeitsrechte beschnitten werden.

Doch nicht nur das. Auch Freiheitsrechte, wie Versammlungsfreiheit, Streiks und das simple Recht über eine Straße laufen zu dürfen, ohne von der Polizei kontrolliert zu werden, sind schon jetzt massiv eingeschränkt. Alles unter dem Deckmantel der Gesundheit. Doch während wir privat massiv eingeschränkt sind geht die Produktion munter weiter und wir füllen zu hunderten die Werkshallen und Büros. Mögen einige Maßnahmen in Zeiten einer Pandemie durchaus Sinn ergeben, sind sie aktuell vor allem eines, eine Vorbereitung auf kommende Proteste und Bewegungen, die sich gegen die Herrschaft der Reichen und Mächtigen auflehnen!

423812_web - Kopie

Wir haben die Krise nicht verbrochen, und dennoch sollen wir nun die Folgen tragen? Wir sollen „den Gürtel enger schnallen“, weil wir jetzt „alle in einem Boot sitzen“? Wir sitzen alle in einem Boot – die Kapitalisten, die Bosse, die Manager in einem anderen.

Deshalb ist es für uns wichtig, auch in Zeiten von Covid19, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, in Schockstarre zu fallen und auszuharren bis alles wieder ist, wie es zuvor war. So wird es nicht mehr werden! Vielmehr ist jetzt eine kämpferische Zeit, eine Zeit uns zu organisieren und alle Möglichkeiten der politischen Aktivität voll auszureizen. Nicht in abgeschlossenen Blasen, sondern dort, wo sich Leute zusammenschließen und wehren gegen die Programme von Oben!

Wir sagen: Ob Coronakrise oder Wirtschaftskrise – Nicht auf unserem Rücken! Wir blicken mit Empörung und Hass auf kapitalistische Ausbeutung. Wir kämpfen mit voller Entschlossenheit und Leidenschaft FÜR eine KLASSENLOSE Gesellschaft, in der die Menschen ein freies und respektvolles Leben führen!