Eure Krise: Nicht auf unserm Rücken!

92982605_2367549690208442_6202096366433337344_o - Kopie

Ein Virus geht um auf der Welt. Ganze Sektoren des öffentlichen Lebens kommen zum Stillstand. In manchen Ländern sind die Kapazitäten der Gesundheitssysteme hoffnungslos überlastet, kranke Menschen können nicht behandelt werden. Millionen von Menschen sind direkt von Kurzarbeit oder Entlassungen betroffen – alle, die kein dickes Bankkonto haben, schauen in eine mehr als unsichere Zukunft. All das wegen einem Virus?

Nicht ganz. Der Virus war das Tröpfchen, welches das Fass zum Überlaufen brachte. Eine wirtschaftliche Krise bahnte sich schon seit einiger Zeit an und schon im letzten Jahr, als von Corona noch niemand etwas wusste, erzitterten die Börsen alle paar Monate und Konzerne stellten sich mit Entlassungswellen auf die Krise ein. Nun beginnt eine Wirtschaftskrise los zu rollen, welche auch hier in Deutschland große Teile der lohnabhängigen Menschen unter sich begraben wird. Konnten nach der Krise 2008 die meisten Krisenfolgen noch in die südlichen Ränder der europäischen Union abgeschoben werden, wird dieses Mal auch in Deutschland gewütet und auch die letzten Reste von Sozialstaat und erkämpften Arbeiter*innen-Rechte beschnitten werden. Doch nicht nur das. Auch Freiheitsrechte, wie Versammlungsfreiheit, Streiks und das simple Recht über eine Straße laufen zu dürfen, ohne von der Polizei kontrolliert zu werden, sind schon jetzt massiv eingeschränkt. Mögen manche Maßnahmen in Zeiten einer Pandemie durchaus Sinn ergeben, sind sie aktuell vor allem eines: Eine Vorbereitung aufkommende Proteste und Bewegungen, die sich gegen die Herrschaft der Reichen und Mächtigen auflehnen!

Und zur Auflehnung haben wir allen Grund: Wir sind die, die all die schönen Sachen herstellen oder einräumen, die dann verkauft werden können – wir sind die Industriearbeiter*innen, die Handwerker*innen, die Verkäufer*innen. Wir sind es, die dafür sorgen, dass wir alle gesund sind, unsere Kinder aufziehen und uns um das ganze „Drumherum“ kümmern –
die Pfleger*innen, die Erzieher*innen, die Bus- und Bahnfahrer*innen, die Putzkräfte. Wir haben die Krise nicht verbrochen, und dennoch sollen wir nun die Folgen tragen? Wir sollen „den Gürtel enger schnallen“, weil wir jetzt „alle in einem Boot sitzen“? Wir sitzen alle in einem Boot – die Kapitalisten, die Bosse und Manager in einem anderen.

Deshalb ist es für uns wichtig, auch in Zeiten von Corona, nicht den Kopf in den Sand zu stecken und in Schockstarre zu bleiben, bis alles wieder ist, wie zuvor. Denn so wird es nicht mehr werden. Vielmehr ist jetzt die Zeit, uns zu organisieren und alle Möglichkeiten der politischen Aktivität voll auszureizen. Nicht in abgeschlossenen Blasen, sondern dort, wo sich Leute zusammenschließen und wehren gegen die
Programme von Oben!

Wir sagen: Ob Coronakrise oder Wirtschaftskrise – #NichtaufunseremRücken