Frauenkampftags-Demo Gießen

signal-attachment-2020-03-07-185117Laut und kämpferisch gegen Patriarchat und Kapital! 400 Menschen bei Frauenkampftags-Demo in Gießen. Vielen Dank an alle die da waren🚩💜

Unsere Rede über Gewalt gegen Frauen und die (extreme) Rechte. Unser Feminismus bleibt antifaschistisch!:

 

Wir stehen hier und heute auf der Straße, um gegen die Ausbeutung von Frauen durch Patriarchat und Kapitalismus zu protestieren. Wir sagen: Basta! Keine Gewalt gegen Frauen. Und wir sagen klar und deutlich: unser Feminismus bleibt antifaschistisch!
Seit Jahren ist ein weltweiter Rechtsruck im Vollzug. Ein Rechtsruck, der sich gegen die Klasse der Lohnabhängigen richtet. Ein Rechtsruck, der uns durch Rassismus und Frauenverachtung zu spalten versucht, denn nur eine gespaltene Klasse ist machtlos.
Rechte bis extrem rechte Organisationen und Parteien greifen Frauen, deren erkämpfte Rechte und feministische Ideen massiv an. Sie instrumentalisieren sexuelle Gewalt gegen Frauen um rassistische Stereotype zu nähren. So werden beispielsweise Muslime und geflüchtete Männer pauschal als Täter bezeichnet. Aber Gewalt gegen Frauen kennt keine Herkunft, sie kennt keine Klasse und sie kennt keine Hautfarbe. Knapp die Hälfte aller Frauen in Deutschland hat bereits körperliche oder sexualisierte Gewalt erfahren. Jeden Tag versucht ein Mann seine aktuelle oder ehemalige Partnerin zu ermorden und jeden dritten Tag gelingt es einem. Gewalt gegen Frauen macht den Zusammenhang patriarchaler und kapitalistischer Gewalt deutlich. Sie ist zum einen ein systematisches Mittel, um männliche Dominanz und das Patriarchat aufrecht zu erhalten und sie ist zum anderen Ausdruck ökonomischen Zwangs – weil viele Frauen finanziell auf ihre gewalttätigen Männer angewiesen sind und sie auch deshalb nicht verlassen.
Ein Hohn, dass Gewalt gegen Frauen ausgerechnet von rechten und extrem rechten Menschenfeinden instrumentalisiert wird. Nazi-Aussteigerinnen berichten immer wieder von Gewalt und sexueller Gewalt gegen Frauen und Kinder, in der extremen Rechten. Auch das faschistische Terrornetzwerk NSU und seine Vorfeldorganisation Thüringer Heimatschutz werden mit sexueller Gewalt und Frauenhandel in Verbindung gebracht. Beide Organisationen wurden bekanntermaßen über Jahre vom sogenannten Verfassungsschutz finanziell aufgebaut und geschützt.
Die faschistischen Terroranschläge am 19. Februar in Hanau und am 9. Oktober in Halle, die insgesamt 12 Menschen das Leben kosteten, waren rassistisch und antisemitisch motiviert. Was die beiden Täter außerdem verband, war ihr Hass auf Frauen und Feminismus. Denn die Ideologie von Rechten, Faschistinnen und Faschisten ist menschenfeindlich und richtet sich nicht zuletzt auch gegen Frauen. Diese sind in der extrem rechten Ideologie Gebärmaschinen, die dem Mann und der Familie dienen sollen. Und als wäre das nicht genug wollen Rechte und extrem Rechte auch noch über weibliche Körper bestimmen. So fordern AfD und Co. mehr Geburten durch weiße deutsche Frauen. Dementsprechend wenden sich Rechte, Faschistinnen und Faschisten gegen Schwangerschaftsabbrüche. Die AfD will die Möglichkeit eine ungewollte Schwangerschaft zu beenden noch weiter beschränken, als sie es ohnehin schon ist. Das führt in letzter Konsequenz dazu, dass verzweifelte Frauen ihr Leben durch einen unprofessionell durchgeführten Schwangerschaftsabbruch gefährden.
Gegen die patriarchalen und kapitalistischen Ausbeutungsverhältnisse kämpfen Millionen von Frauen auf der ganzen Welt. An diesem besonderen Tag, dem internationalen Frauenkampftag gilt vor allem ihnen unsere Verbundenheit und unsere Solidarität.
Wir brauchen einen internationalistischen Feminismus, der die weltweiten Frauen-Kämpfe aufeinander bezieht und verbindet. Wir brauchen einen antirassistischen und antifaschistischen Feminismus, der klare Kante gegen Rechts zeigt. Und wir brauchen einen klassenkämpferischen Feminismus. Denn nur die Abschaffung jeglicher Klassengesellschaft entzieht dem Patriarchat die ökonomische Basis. Wir kämpfen mit vollster Entschiedenheit und Leidenschaft FÜR eine KLASSENLOSE Gesellschaft, in der die Befreiung der Frauen verwirklicht werden kann und alle Menschen ein freies und respektvolles Leben führen.