1. Mai – ein Tag mit kämpferischer Geschichte

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1886 kämpften Arbeiterinnen und Arbeiter in Chicago für den 8 Stunden Tag und traten in einen mehrtägigen Streik. Die Polizei erschoss bei den Streik-Demos mehrere Arbeiter. Auf der anschließenden Protestkundgebung auf dem Haymarket gab es einen Bombenanschlag auf die Polizei, der von einem von Unternehmern geschmierten Provokateur verübt wurde. Mehrere anarchistische Anführer der Streikbewegung wurden daraufhin als Beschuldigte in Schauprozessen hingerichtet. Diese Geschehnisse hatten zur Folge, dass der 1.Mai international zum Kampftag der Arbeiterinnen- und Arbeiterklasse wurde. Nicht selten wurden die Proteste am 1. Mai blutig niedergeschlagen.

1929 ging der 1. Mai als „Blutmai“ in die deutsche Geschichte ein. Der Berliner Polizeipräsident Kai Zörgiebel (SPD) verbot Versammlungen in der Öffentlichkeit und kriminalisierte so die Proteste zum 1. Mai,die im Vorjahr stark von der KPD geprägt waren. Auf Arbeiterinnen und Arbeiter, die trotz Verbot für ihre Interessen auf die Straße gingen, eröffnete die Polizei das Feuer. 33 Tote und mehr als 150 Schwerverletzte ist die Bilanz des „Blutmai’s“, der sich vom 1. – 3. Mai in Berlin ereignete.

Die Bezeichnung „Blutmai“ geht auf den Streikaufruf der KPD vom 2. Mai 1929 zurück, in dem es hieß: „Zörgiebels Blutmai − das ist ein Stück Vorbereitung des imperialistischen Krieges! Das Gemetzel unter der Berliner Arbeiterschaft − das ist das Vorspiel für die imperialistische Massenschlächterei!“

Die KPD sollte Recht behalten: Nur 4 Jahre später wurde den Faschisten die Macht übertragen. Im deutschen Faschismus wurde der 1. Mai zum Feiertag und als „Tag der nationalen Arbeit“ völkisch besetzt. Dem 1. Mai wurde somit der Klassencharakter entzogen.

1. Mai – immer noch ein Kampftag!

Der Grundgedanke des 1. Mai ist noch immer aktuell: Im Kapitalismus wird es immer einen Interessenskonflikt zwischen Kapital und Arbeit geben.

Auch in der Bundesrepublik verschlechtert sich die Lage der Beschäftigten. Aus Angst ihre Lohnarbeit zu verlieren, machen sie unbezahlte Überstunden, schleppen sich krank zur Arbeit und nehmen prekäre Beschäftigung und Leiharbeit in Kauf. Denn die Hetze gegen Arbeitslose und Hartz IV Betroffene zeigt nur allzu deutlich welche Lebensqualität ohne Lohnarbeit zu erwarten ist.

Gegen die kapitalistischen Zustände formiert sich weltweit Widerstand. Die Gilet Jaunes in Frankreich, Frauen- und Klimastreiks international und die Revolution in Rojava setzten der reaktionären Herrschaft des Kapitals entschlossenen Widerstand entgegen.

Der 1. Mai gehört uns! Er ist der Tag der lohnabhängigen Klasse. Deshalb haben wir mit unseren Genossinnen und Genossen heute dazu beigetragen, dass die DGB Demo von klassenkämpferischen Parolen bestimmt war ❤