Gegen soziale Ungleichheit! Gemeinsam – Solidarisch – Internationalistisch!

Gilets_jaunes_fresque_Paris_19e_1 - Kopie.jpgHeute haben wir mit weiteren linken Gruppen und Einzelpersonen in Gießen auf der kleinen Demo der selbsternannten Gelbwesten Flyer verteilt. Damit wollen wir auf unsere Positionen (die sich mit denen der französischen Gelbwesten decken) gegen soziale Ungleichheit, Armut und Spaltung aufmerksam machen und damit einer rassistischen und rechten Übernahme der Ideen der Gilet Jaunes, auch hier in Gießen, entgegenwirken.

 

In Frankreich stehen die Menschen auf. Sie haben genug. Genug davon, dass die große Mehrheit für die verfehlte Politik ihrer Regierung zahlen soll. Eine Politik zugunsten der Superreichen und Konzerne. Und während diese Konzerne kaum Steuern zahlen, sollen die Menschen durch Steuererhöhungen für die Krisen bezahlen.
„26 Milliardäre besitzen so viel wie die Hälfte der Menschheit, das ist nicht hinnehmbar. Lasst uns Reichtum und nicht Armut verteilen“, schreiben die französischen Gilets Gaunes (Gelbwesten). Die Massenbewegung, die gelbe Westen trägt, fordert den Präsidenten der Ultrareichen und das kapitalistische Wirtschaftssystem heraus. Seit dem 17. November erheben sich die Menschen in Frankreich, in kleinen Dörfern und großen Städten. Sie revoltieren gegen hohe Lebenserhaltungskosten und Armut. Sie fordern soziale Gerechtigkeit: die Erhöhung der Löhne, Renten, Mindestsicherung und Arbeitslosenhilfe. Sie fordern ein bedingungsloses Recht auf Wohnung, Gesundheit und Bildung.
„Nachdem man uns wie minderwertige Menschen behandelt und beleidigt hat, stellt man uns nun als eine hasserfüllte, faschistoide und fremdenfeindliche Menge dar. Aber wir sind das Gegenteil davon: Wir sind weder rassistisch, sexistisch noch homophob. Wir sind stolz, mit unseren Unterschieden zusammengekommen zu sein, um eine solidarische Gesellschaft zu schaffen.“, so die französischen Gelbwesten.¹
Nur gemeinsam können wir gegen ein Wirtschaftssystem vorgehen, dass darauf programmiert ist, Reichtum so ungleich zu verteilen.²
Schluss mit der Spaltung durch Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht und sexuelle Orientierung. Im Namen der französischen Gelbwesten fordern wir: Geht auf die Straße, kämpft gegen ein System der Superreichen – für soziale Gerechtigkeit. Kämpft für bessere Lebensverhältnisse für alle Menschen!

¹ Der Aufruf entstand in der „Versammlung der Versammlungen“. Nachdem sich bislang nur Einzelpersonen und einzelne Gruppen der Bewegung in Gelb zu Wort gemeldet haben, kann dieser Aufruf erstmals eine Repräsentativität für sich beanspruchen.

² Das reichste ein Prozent, der Kapitalistinnen und Kapitalisten, verfügt in der BRD über so viel Vermögen wie die ärmsten 87 Prozent der Lohnabhängigen (Oxfam-Bericht zu sozialer Ungleichheit 2019).