Gedenken heißt Kämpfen: Liebknecht und Luxemburg sind nicht vergessen

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Heute vor genau 100 Jahren wurden die Revolutionäre Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von Freikorps und Militär (mit Billigung der SPD) erst entführt und dann erschossen. Wir haben am Sonntag im antifaschistischen-internationalen Block auf der Luxemburg-Liebknecht- Demo in Berlin kämpferisch an diese Ereignisse und die größte Revolution in Deutschland erinnert.An der tatsächlichen Grabstätte von Liebknecht und Luxemburg auf dem Friedhof Berlin-Friedrichsfelde hielten GenossInnen Reden über die Ereignisse der Novemberrevolution in ihren Bundesländern. Wir erzählten über Ereignisse in Hessen:

„Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde,
vor 100 Jahren gab es nicht nur in Berlin, Kiel und München Kämpfe für eine direkte Demokratie. Auch im heutigen Hessen entwickelte sich revolutionärer Widerstand:

Im Januar 1918 streikten mehr als 10.000 ArbeiterInnen aus Kasseler Rüstungsbetrieben und schlossen sich den Forderungen der Januarstreikenden in Berlin an, die sich unter anderem für das Frauenwahlrecht aussprachen. Im Oktober 1918 demonstrierten in Hanau und Frankfurt Tausende für eine sozialistische Republik und zeigten Solidarität mit den in Haft sitzenden Liebknecht und Luxemburg. Am Morgen des 9. November 1918 leiteten etwa 200 Matrosen aus Köln in Kassel die Revolution ein. Bereits am Nachmittag wurde in einer Volksversammlung, an der die Beschäftigten sämtlicher Betriebe teilnahmen, ein Arbeiter- und Soldatenrat bestätigt. In Frankfurt wurde am 13. November 1918 auf dem Römer, dem Frankfurter Rathaus, die rote Fahne gehisst. Am Hauptbahnhof verkündete eine große Tafel den Ankommenden: „Die deutsche sozialistische Republik grüßt Euch! Die alten Gewalten sind durch die Revolution des schaffenden Volkes gestürzt. Künftig seid Ihr Herr Eurer Geschicke.“

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Doch von der ersten Stunde an versuchten bürgerliche Reaktion und Oberste Heeresleitung mit allen Mitteln eine sozialistische Demokratie zu verhindern. Der sogenannte „Blutige Freitag in Offenbach“ ist ein Beispiel von Vielen wie brutal gegen die Revolutionären Entwicklungen vorgegangen wurde: Am Karfreitag 1919 gingen mehrere tausend Menschen unter Führung der KPD auf die Straße um den allgemein verhassten „Volksrat“ abzusetzen. Die Volkswehr und das aus Darmstadt herbeigeholte Militär schossen in die Menge. Mindestens 17 Menschen wurden ermordet, Dutzende verletzt. Der Belagerungszustand wurde verhängt und die Führer der Aktion verhaftet. Willy Eisenreich, Vorsitzender der KPD Offenbach, wurde zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Er wurde 1941 in der Gaskammer der Euthanasieanstalt Hadamar ermordet.

Wir, die Antifaschistische Revolutionäre Aktion Gießen, sind heute mit Euch gemeinsam auf der Straße um an die größte Revolution in Deutschland zu erinnern. Doch der Blick in unsere Vergangenheit bedeutet für uns als revolutionäre Linke kein Stillstand und keinen Rückschritt, sondern ist notwendig um unseren heutigen Kampf für eine befreite Gesellschaft führen zu können.

Gegenmacht aufbauen – Die Revolution ist möglich“