Den Faschisten die Faust – 2500 antifaschistische GegendemonstrantInnen in Wetzlar

 

Stabiler antifaschistischer Gegenprotest auf der Straße und eine fette Schlappe für die Faschos gestern in Wetzlar.
Mit über 2000 AntifaschistInnen zogen wir lautstark & kämpferisch vom Bahnhof in Wetzlar zur Stadthalle, wo die NPD ihren Wahlkampfauftakt inklusive Nazi-Bands wie Kategorie C und Oidoxie durchziehen wollte.

Statt der angekündigten 1200 Nazis trieben sich doch nur ca. 100 Faschos in Wetzlar herum und warteten vergeblich darauf in die Stadthalle zu gelangen. So langsam hat jetzt auch die Stadt Wetzlar verstanden, dass man FaschistInnen keinen Raum für ihre menschenverachtende Hetze geben darf, und verweigerte der NPD den Mietvertrag für die Stadthalle. Nachdem klar war, dass sie keine Chance mehr haben, veranstaltete ein mickriger Haufen Faschos eine 10 Minütige Sponti-Kundgebung vor dem Bullenpräsidium im verlassenen Industriegebiet in Gießen.  Statt der großen Bühne gab es für Kategorie C nur das schimmelige Bistro Hollywood in Leun/Stockhausen, welches aktuell noch einem NPDler gehört.

Fetten Respekt an alle AntifaschistInnen, die gestern vor Ort waren und den Faschos klar gemacht haben, dass sie hier nur verlieren können.

No Pasaran!

Hier noch unser Redebeitrag von gestern zum Nachlesen:

So wie es ist, kann es nicht bleiben
Die Zustände innerhalb des Kapitalismus spitzen sich immer weiter zu. Kaum ein anderes Land in Europa hat so scharfe Vermögensunterschiede, so starke Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen, so schlechte Bildungschancen für Migrantinnen und Migranten wie die Bundesrepublik – und das ganz ohne Zutun der sogenannten neuen und alten Rechten. Doch der seit 2015 europaweit sichtbar werdende Rechtsruck kann diese Verhältnisse nur noch verschärfen.

NPD in Zeiten des Rechtsrucks
Wir sind heute hier, weil eine offen faschistische Partei ihre menschenverachtende Propaganda in Form eines extrem rechten Konzerts verbreiten will. Doch welche Funktion hat die NPD in Zeiten, in denen sie Anhängerinnen und Anhänger an die AfD verliert? – eine Partei mit neofaschistischem Flügel, deren Ziel es ist, nationalkonservative Positionen, die seit Ende der 1990er Jahre von Teilen des wirtschaftlichen und politischen Establishments vertreten werden, gesellschaftsfähig und damit zur Basis der Politik zu machen.
„Denkbar wäre eine unverbietbare NS-faschistische Nachfolge-Partei mit starker Gewaltorientierung, die der AfD die Drecksarbeit abnimmt. Vorbild wären also Jobbik in Ungarn oder die Goldene Morgenröte in Griechenland.“1 Die extreme Rechte wird durch die AfD nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden – das Gegenteil ist der Fall! Der Rechtsruck gibt NPD und Co mehr Handlungsspielraum.

Faschismus & Kapitalismus
Die Geschichte lehrt uns, dass der Faschismus nie vom Rande der Gesellschaft die Macht ergriffen hat. Der Faschismus wurde von bestimmten Teilen der Eliten aus Politik, Militär, Staatsapparat und Großindustrie – also der herrschenden Klasse – „in ein Bündnis integriert, das er unter Mobilisierung der Bevölkerung für sich vereinnahmen konnte“.2 In der Bundesrepublik wurden militante faschistische Strukturen durch den Staatsapparat unterstützt und aufgebaut. Das zeigt sich durch die enge Verbindung des Inland-Geheimdienstes und dem BKA mit dem faschistischen paramilitärischen Netzwerk Gladio. In dieser NATO-Geheimarmee wurden Faschistinnen und Faschisten, Militärs sowie Agentinnen und Agenten zusammengeführt, um gegen Linke im Inland und die Sowjetunion im Ausland vorgehen zu können. Die Verbindung von Staat und faschistischen Terror-Organisationen besteht noch heute. Jedes Kind kennt die Beziehung zwischen Staatsapparat und dem NSU. Unser Protest gegen faschistische Organisationen geht Hand in Hand mit einer radikalen Kritik am bürgerlichen Staat.
So lange eine ausgebeutete und eine ausbeutende Klasse existiert, wird es ein Nährboden für Faschismus geben – deswegen sagen wir:
Kampf dem Faschismus heißt immer auch Kampf dem Kapitalismus!
Für eine Gesellschaft ohne Patriarchat und Kapital!
Hoch die internationale Solidarität!

1 Dietzsch, Martin (2017): Zeit zu handeln? Die NPD und andere Neonazis nach dem Aufstieg der AfD
2 Siempre Antifa (2017): Antifa heißt Klassenkampf