ARAG Rede zum Frauenkampftag

Hier könnt ihr unsere Rede auf der Frauenkampftagsdemo in Gießen anhören und durchlesen 😉

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde,

Wir sind heute hier um gegen die Ausbeutung durch das Patriarchat und den Kapitalismus zu protestieren. Denn diese beiden Herrschaftsverhältnisse richten sich insbesondere gegen Frauen. Häufig arbeiten Frauen in unterbezahlten Berufen und für die gleiche Arbeit wie ihre männlichen Kollegen verdienen sie durchschnittlich 22% weniger. Danach kommen sie nach Hause und erledigen im Schnitt 100 Minuten mehr Haus- und Sorgearbeit als ihre Männer. Frauen werden also doppelt ausgebeutet.

Aktuell haben wir es mit einem europaweiten Rechtsruck zu tun. Nicht nur der Einzug menschenverachtender Parteien in die Parlamente lässt uns diesen Rechtsruck spüren. Die etablierten Parteien sind schon vor AfD und Co. nach rechts gerückt. Dieser Rückschritt richtet sich auch explizit gegen Frauen. Beispielsweise trifft der mit dem Rechtsruck einhergehende Sozialabbau Frauen mit am Härtesten.

Rechte bis extrem Rechte Organisationen und Parteien greifen Frauen, deren erkämpfte Rechte und feministische Ideen massiv an. Sie instrumentalisieren Gewalt gegen Frauen um rassistische Stereotype zu nähren. So werden beispielsweise Muslime und geflüchtete Männer pauschal als Täter bezeichnet. Aber Gewalt gegen Frauen kennt keine Herkunft, sie kennt keine Klasse, sie kennt keine Hautfarbe. In Deutschland wird jährlich gegen 100.000 Frauen Gewalt ausgeübt. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Tätern um die eigenen Partner.

Und was will eine rassistische und sexistische Partei wie die AfD dagegen tun? Gar nichts, nein, schlimmer noch: sie greift die betroffenen Frauen an, indem sie die Gelder für Frauennotrufe und Frauenhäuser streichen will! Die AfD ist nicht nur rassistisch und vertritt aggressiv die Interessen des Kapitals, sie ist auch ganz klar eine frauenverachtende Partei!

Und als wäre das nicht genug wollen Rechte und extrem Rechte auch noch über weibliche Körper bestimmen. So fordern AfD und Co. mehr Geburten durch weiße deutsche Frauen. Dementsprechend wenden sich Rechte, Faschistinnen und Faschisten gegen Schwangerschaftsabbrüche. Die AfD will die Möglichkeit eine ungewollte Schwangerschaft zu beenden noch weiter beschränken. Dies würde dazu führen, dass verzweifelte Frauen ihr Leben durch einen unprofessionell durchgeführten Schwangerschaftsabbruch gefährden.

 

 

 

 

 

Aktuell wehren sich Frauen überall auf der Welt gegen patriarchale Unterdrückung und kapitalistische sowie feudale Ausbeutungsverhältnisse.

In über 100 Ländern wurde am internationalen Frauenkampftag gestreikt.

In Spanien beispielsweise riefen 300 Frauenorganisationen und Gewerkschaften zu einem landesweiten Arbeits-, Studien-, Konsum- und Pflegestreik am 8. März auf. An diesem beteiligten sich Millionen von Frauen unter dem Motto „Ohne uns steht die Welt still, die Revolution fängt in deiner Küche und deinem Bad an“

 

Wir werden nicht nur heute anlässlich des Frauenkampftags demonstrieren, streiken und kämpfen. Solange die Reproduktionsarbeit private und nicht gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, bleibt die Unterdrückung der Frau bestehen. Eine Angleichung von Frauenrechte an Männerrechte bietet in diesem System keine Gleichberechtigung. Erst durch die Überwindung des Kapitalismus kann die Befreiung der Frau verwirklicht werden. Bis dahin werden wir jedoch bereits hier und jetzt für diese Befreiung kämpfen. Dafür brauchen wir einen Feminismus, der sich nicht scheut die soziale Frage zu stellen.

Wir wollen einen Beitrag zu einer klassenkämpferischen Frauenbewegung leisten, die das Netzwerk aus Patriarchat und Kapitalismus als Ursache von Frauenunterdrückung erkennt und bekämpft.

 

  1. März heißt Widerstand – Frauen kämpfen Hand in Hand!