Pressemitteilung Frauenkampftagsdemo

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Wir bedanken uns ganz hertlich bei allen, die an der jährlichen Demo zum Frauenkampftag teilgenommen haben. 400 Menschen zogen laut durch die Innenstadt. Es gab viele verschiedenen bunten Schilder, Schirme und Fahnen. Im Rahmen der Demo wurde die strukturelle Benachteiligung von Frauen in den patriarchalen und kapitalistischen Verhältnissen thematisiert. Sowie Gewalt gegen Frauen, die rassistische Instrumentalisierung dieser und die Frauenverachtung von rechten und extrem Rechten Parteien sowie Organisationen, der Wiederstand der Frauenverteidigungseinheiten YPJ gegen die türkische Armee und ihre dschihadistischen Verbündeten.

Hier zusammenfassend die Pressemitteilung:

Am Samstag, den 10.03.2108, versammelten sich in Gießen ca. 400 Menschen, um gemeinsam den internationalen Frauenkampftag zu feiern und auf der Straße zu demonstrieren.

Dazu hatte ein breites Bündnis aus verschiedenen linken Gruppen aufgerufen: Antifaschistische Revolutionäre Aktion Gießen (ARAG), Deutsche Kommunistische Partei Gießen (DKP), Eritreischer Frauenverein, Internationalistische Bündnis und die kurdischen Frauen „Bercem Kadin Meclisi“.

Einig war sich das Bündnis darin, dass das kapitalistische System den internationalen Frauentag als „Weltfrauentag“ integriert und entpolitisiert hat. In der Auftaktkundgebung auf dem Kirchenplatz, gestartet von ARAG, solidarisierten sich die TeilnehmerInnen zuerst mit den mutigen Frauen in Afrin, die für Freiheit, Demokratie und Frauenrechte kämpfen: „Sie verteidigen das von ihnen aufgebaute demokratische und pluralistische Gesellschaftssystem, in dem Frauen und Männer sowie alle gesellschaftlichen Gruppen Entscheidungen gemeinsam im Konsens beschließen.“ Ebenso wurde auch das Verfahren gegen die Frauenärztin Kristina Hänel thematisiert und die bedingungslose Streichung der Paragraphen 218 und 219 gefordert.

Weiter hieß es von der DKP: „Die Unterdrückung der Frauen ist zwar älter als der Kapitalismus. Aber keine andere Klassengesellschaft vor ihm war so in der Lage die historisch gewachsenen Unterdrückungsverhältnisse wie Sexismus und Rassismus nach dem alten Prinzip des „Teile und Herrsche“ in sich zu integrieren. Alle werden gegeneinander gehetzt und alles dient nur einem Ziel: den Profit zu maximieren und das imperialistische System zu erhalten.“
Sie erinnerte an Frauen wie Clara Zetkin, Rosa Luxemburg und an viele anderen, die für die Rechte der Frauen gekämpft haben.

Der Redebeitrag des Internationalistischen Bündnisses beschrieb die doppelte Unterdrückung der Frau in der Gesellschaft: „Ohne die Befreiung der Frau kann es auch keine befreite Gesellschaft geben – und ohne eine von Ausbeutung und Unterdrückung befreite Gesellschaft gibt es auch keine Befreiung der Frau.“

Dieser Internationale Frauenkampftag steht in einer kämpferischen Tradition und ist nicht geschenkt worden. Heute noch bekommen Frauen für die gleiche Arbeit 22% weniger Lohn für die gleiche Arbeit, Frauen sind Opfer von Gewalt und in den aktuell stattfindenden Kriegen weltweit sind sie die am ehesten Betroffenen.

Im Redebeitrag von ARAG wurde der anhaltende Kampf der Frauen deutlich gemacht: „Aktuell wehren sich Frauen überall auf der Welt gegen patriarchale Unterdrückung und kapitalistische sowie feudale Ausbeutungsverhältnisse. In über 100 Ländern wurde am internationalen Frauenkampftag gestreikt. In Spanien beispielsweise riefen 300 Frauenorganisationen und Gewerkschaften zu einem landesweiten Arbeits-, Studien-, Konsum- und Pflegestreik am 8. März auf.“

Nach der Demo, die wieder am Kirchenplatz endete, wurde mit einer Schweigeminute an die gefallenen Frauen im Kampf für Freiheit und Frieden gedacht.

Zusammenfassend stellte das Bündnis fest, dass eine wahre Gleichberechtigung nur durch die Überwindung des Kapitalismus erreicht werden kann.